Die Kultivierung mit unseren Kindern

Ich habe zwei Kinder. Mein ältester Sohn Yingzuo ist in der sechsten Klasse. Meine Tochter Weiting in der dritten.

Als ich anfing Falun Dafa zu praktizieren, war Weiting im Kindergarten und lernte gerade die Aussprache der chinesischen Schriftzeichen. Jeden Tag half ich ihr das Zhuan Falun (Li Hongzhi) mit den Lautzeichen zu lesen. Ein Jahr später konnte sie alle Lektionen des Meisters selbst lesen.

Während der Schulferien nahm ich Yingzuo und Weiting zur Touristenattraktion Cihu mit, wo wir den Menschen die wahren Umstände von Falun Dafa erklärten. Ein Mitpraktizierender schlug vor, dass sich meine Kinder seinem Online-Projekt anschließen sollten, das von jungen Dafa-Jüngern betrieben wird. So könnten sie die drei Dinge auch während der Schulzeit tun.

Weiting ist ein sehr aufgewecktes und aktives Mädchen. Mit dem Online-Projekt kam sie sehr schnell klar, also ließ ich es sie alleine machen. Kurze Zeit später bemerkte ich, dass der Computer nicht gut funktionierte. Ich schaute nach innen, konnte aber die Ursache des Problems nicht finden. Also ging ich zu Weiting, um mit ihr zu sprechen.

Ich fragte sie, was sie am Computer gemacht habe und erinnerte sie daran, dass sie die Wahrheit sagen sollte, da Praktizierende Wahrhaftigkeit-Gutherzigkeit-Nachsicht kultivieren. Sie gab zu, dass sie angefangen hatte, Computerspiele zu spielen. Ich erklärte ihr, dass der Computer unser Werkzeug sei und dass es Probleme geben kann, wenn wir uns nicht gut kultivierten.

Yingzuo ist ein ruhiger Junge, er machte es bei dem Projekt auch gut. Aber er mochte den dunklen Raum nicht, in dem der Computer stand. Deshalb fragte er mich, ob er den Computer benutzen könnte, den seine Schwester im anderen Raum benutzte. Ich erkannte, dass er Angst vor der Dunkelheit hatte. Später entdeckte ich, dass er Detektiv-Romane gelesen hatte. Ich glaube, dass er dadurch eine Angst vor der Dunkelheit entwickelt hatte. Ich bat ihn, diese Romane nicht mehr zu lesen.

Die Geschichte von Weiting

„Mein Name ist Weiting. Als ich damit anfing, mich an der Plattform zur Erklärung der wahren Umstände zu beteiligen, machte ich es gut und konzentrierte mich auf das Projekt. Aber als ich mich mit dem Computer besser auskannte, wurde ich von Computer-Spielen angezogen. Ich fing auch an, in den Pausen des Projekts die Spiele zu spielen. Meine Mutter entdeckte es und riet mir, damit aufzuhören. Ich hörte dann auch damit auf.

Eines Tages, als meine Mutter aus dem Haus ging, um meinen Bruder abzuholen, konnte ich nicht widerstehen, ein Spiel zu spielen. Danach sah ich mit meinem Himmelsauge, dass ein göttliches Wesen mit einem Dämon kämpfte; es versuchte den Dämon davon abzuhalten mich zu stören. Als ich dies sah, sagte ich mir, dass ich nie wieder Computer-Spiele spielen würde.

Ein weiterer Mangel ist, dass ich mich oft mit meinem Bruder streite. Ich weiß, dass es nicht richtig ist, aber manchmal habe ich keine Kontrolle über mich. Wenn ich dann mit meinem Bruder kämpfe, sehe ich, dass die Dämonen laut aufjubeln. Jetzt versuche ich mit meinem Bruder noch geduldiger zu sein.“

Die Geschichte von Yingzuo

Mein Name ist Yingzuo. Ich bin seit sechs Monaten bei dem Online-Projekt.

Als ich mich dem Projekt anschloss, war ich anfangs in Hochstimmung. Wir lernten jeden Tag das Fa und riefen die Menschen an, um ihnen zu helfen, die wahren Umstände über Falun Dafa zu verstehen. Ich spürte, wie ich mich in der Kultivierung schnell verbesserte.

Nach einiger Zeit hatte ich mich an das Projekt gewöhnt und fing an nachzulassen. Manchmal war ich beim Fa-Lernen schläfrig und machte beim Lesen mehrere Fehler. Die Folge war, dass die Qualität meiner Anrufe schlechter wurde.

Der Meister sagte:

„Aber hierbei geht das nicht, weil deine Worte keine Energie haben und nicht im Fa sind. Du willst ihn erretten, aber deine Worte können sein Karma und seine Eigensinne nicht beseitigen. Wie kannst du ihn erretten?!“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa- Konferenz in New York 2016, 15.05.2016)

Ich wusste, dass ich mich berichtigen sollte. Der Meister gab mir auch oft Hinweise. Wenn mein Kultivierungszustand gut war, leuchtete zum Beispiel die Lampe, die ich für das Fa-Lernen in der Gruppe beim Projekt benutzte; ansonsten funktionierte sie nicht.

Kürzlich ging die Lampe gar nicht mehr. Ich versuchte, nach innen zu schauen, aber ich konnte mein Problem nicht finden. Meine Mitpraktizierenden halfen mir. Ich erkannte, dass ich Angst hatte und mich vor der Dunkelheit fürchtete. Ich hatte auch Angst davor, alleine im zweiten Nebenraum zu bleiben, wo ich den Computer für das Projekt benutzte. Ich denke es war ein Test, um zu sehen, wie fest ich an Dafa und an den Meister glaubte.

Ferner erkannte ich, dass ich manchmal während des Fa-Lernens schlechte Gedanken hatte. Und so fiel es mir schwer, mich beim Lernen zu konzentrieren. Manchmal dachte ich, dass ich Stimmen hörte und schaute mich um, sah aber nichts.

Es war genau wie der Meister sagte:

„ ... denn jede deiner Gesinnungen kann sich zu einem Eigensinn entwickeln und vom Bösen ausgenutzt werden. Sobald dein Gedanke aufkommt, kann dir das Böse ein falsches Bild zaubern, in diesem Moment kann es zu einer Art Störung führen.“ (Li Hongzhi, Die Fa-Erklärung auf der Internationalen Fa-Konferenz in Washington, D.C., 21.07.2001)

Nach innen schauen

Während der vergangenen sechs Monate in denen Weiting und Yingzuo sich der Plattform angeschlossen hatten, habe ich ihre Höhen und Tiefen in ihrer Kultivierung miterlebt. Ich erinnere sie jeden Tag daran das Fa zu lernen, – nicht wie eine Formalität, sondern von ganzem Herzen. Ich sagte ihnen auch, dass sie nicht denken sollten, dass sie die drei Dinge gut gemacht hätten, nur weil sie bei dem Projekt mitarbeiteten. Wenn sie kein Fa lernen und die aufrichtigen Gedanken nicht gut aussenden würden, werde es die Wirkungskraft ihrer Arbeit beeinflussen.

Zwischenzeitlich ist ihr Kultivierungszustand ein Spiegel für mich. Ich lernte, nach innen zu schauen, wenn ich sehe, dass sie etwas falsch machen. Zum Beispiel wenn sie miteinander kämpften, dachte ich früher einfach, dass es eine Prüfung für ihre Xinxing sei. Eines Tages bemerkte ich plötzlich, dass ihr Kämpfen mir bekannt vorkam. Dann wusste ich, dass es ähnlich war, wie wenn mein Mann und ich miteinander stritten. Ich war erstaunt!

Mein Mann ist arbeitsbedingt selten zu Hause. Meine Kinder und ich haben einen einfachen Tagesablauf. Jeden Abend sind sie beim Online-Projekt, und während der Ferien gehen wir zur Cihu Touristenstätte, um die wahren Umstände zu erklären. Zuhause teilen wir uns die Hausarbeit. Yingzuo und Weiting helfen mit im Haushalt, wie zum Beispiel den Boden putzen, Müll hinausbringen und beim Zusammenlegen der Wäsche.

Was die schulischen Leistungen anbelangt, war Yingzuo immer ein erstklassiger Schüler. Er kennt seine Ziele und arbeitet hart dafür. Ich muss ihn nur ab und zu daran erinnern, nicht zu viel Aufmerksamkeit auf Ruhm und Anerkennung zu legen.

Bei Weiting ist es anders. Als sie in die dritte Klasse kam, wurde an ihrer Schule ein neues Fach hinzugefügt: Naturkunde und Gesellschaft. Zwei Wochen vor ihrer ersten Prüfung, rief mich mein Mann mehrmals an, um sicherzugehen, dass Weiting dafür lernte. Daher übte ich mit ihr, besonders in der Woche vor der Prüfung. Als ich erfuhr, dass sie nur 86% der Punktzahl erreicht hatte, war ich verärgert und tadelte sie. Ich brachte sie sogar soweit, dass sie weinte.

Am Abend schaute ich nach innen und fragte mich, ob die Weitings Punktzahl ein Hinweis auf meinen Eigensinn war. Vielleicht sollte ich lernen zu akzeptieren, dass Weiting nicht wie Yingzuo sein musste. Den ganzen Abend dachte ich darüber nach.

Ich fragte mich, warum mir ihre Punktzahl so wichtig war. Ich entdeckte meine menschliche Anschauung, dass ich wollte, dass alle meine Verwandten und Freunde dachten, dass das Lernen von Dafa meine Kinder intelligent machen würde. Im Grunde war es eine Angeber-Mentalität.

„Mama, weißt du, warum ich es beim Naturkunde-Test nicht besser machen konnte?“ fragte mich Weiting später. „Es war schwierig beim Test, weil ich mich nicht darauf konzentrieren konnte, die Aufgaben zu lösen. Alles, woran ich denken konnte, war, wie meine Mutter reagieren würde, wenn ich es schlecht machte.“

Von da an legte ich keinen Wert mehr darauf, dass Weiting eine hohe Punktzahl erreicht. Beim nächsten Test machte ich ihr beim Lernen keinen Druck, und sie erreichte tatsächlich die höchsten Punkte in ihrer Klasse.

Weiting hilft mir oft in meiner Kultivierung. Wenn ich mich nicht in Übereinstimmung mit dem Fa verhalte, zeigt sie es mir auf. Zum Beispiel, als ich mit meinem Mann stritt, saß sie in der Nähe und schaute uns ruhig zu. Als der Streit vorüber war, sagte sie: „Mama, du hast dich wieder mit Papa gestritten. Du warst nicht nachsichtig genug und deine Xinxing ist herabgefallen.“

In Wirklichkeit bin ich sehr dankbar, dass Weiting mir viele Gelegenheiten zum Kultivieren gibt. Früher gab es von Seiten der Schule ihretwegen Beschwerden. Seitdem sie sich an dem Online-Projekt beteiligt, habe ich keine einzige Beschwerde mehr bekommen. Das Projekt hat Yingzuo und Weiting eine gute Umgebung zum Fa-Lernen und für die Kultivierung gegeben. Ich schlug ihnen auch vor, die Erfahrungsberichte auf der Minghui-Website zu lesen.

Der Meister sagte uns:

„Für die Kultivierenden ist nach innen zu schauen ein Wundermittel.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz in Washington DC 2009, 18.07.2009)

Die guten Seiten der anderen Menschen sehen

Beim Schreiben dieses Artikels tauschte ich mich zweimal mit einigen Mitpraktizierenden darüber aus. Jedes Mal ermahnten sie mich, mehr über die Stärken der Kinder zu schreiben.

Ich erkannte, dass ich zu oft auf ihre Schwächen schaute. Wenn ihre Handlungen nicht meinem Maßstab entsprechen, korrigiere ich sie schnell. Jetzt weiß ich, dass ich ihnen schon zu lange negative Gedanken zugefügt habe.

Vor kurzem sagte Yingzuo zu mir: „Mama, du sagst mir immer, dass ich das Fa nicht aufmerksam genug lese, aber du scheinst nicht zu bemerken, dass ich es oft mit voller Aufmerksamkeit lerne.“

Ich begriff, dass ich immer noch die traditionellen Methoden der alltäglichen Menschen benutzte, um meine Kinder zu erziehen. Das muss ich korrigieren.

Es ist genau wie uns der Meister lehrt:

„ …deshalb sollen Kultivierende alle Gesinnungen und Grundsätze der gewöhnlichen Menschen loslassen, erst dann können sie sich zu hohen Ebenen kultivieren, erst dann können sie aus den Drei-Weltkreisen, die dem Kosmos im Vergleich entgegengesetzt sind, herausspringen.“ (Li Hongzhi, Dafa ist harmonisierend, 30.07.2001, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)

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