Deutsche Medien: „Es geht um Menschenleben“

Die „Süddeutsche“ und die „Augsburger Allgemeine“ berichten über die jüngsten Großveranstaltungen der Falun Gong-Praktizierenden in München
 

„Menschen verschwinden, werden gefoltert und umgebracht. Den Getöteten werden Herz, Lunge, Leber, Nieren und andere Organe entnommen. Ein solch grausames Schicksal erleiden offenbar viele Anhänger der Falun-Gong-Bewegung in ihrer Heimat China. Allein zwischen 2002 und 2008 sollen es 64 000 gewesen sein.“ Mit diesen Worten kündigte die Süddeutsche die Kundgebung der Falun Gong-Praktizierenden auf Münchens Marienplatz am Wochenende 5. November 2016 an. [1]

Weiter heißt es in dem Artikel: „An diesem Wochenende treffen sich knapp 1000 Falun-Gong-Mitglieder in München für verschiedene Aktionen. Aus mehr als 30 Ländern sind Menschen für das Treffen angereist. Am Samstag wollen sie mit einem Demonstrationszug durch München noch einmal gegen Verfolgung und Ermordung ihresgleichen protestieren.“

„Seit 1999 werden Falun-Gong-Praktizierende in China systematisch verfolgt, weil ihre Lebensphilosophie nicht den Vorstellungen der Regierung entspricht. Neben Augenzeugenberichten gibt es noch einen weiteren Hinweis darauf, dass Anhänger der Bewegung für ihre Organe getötet werden: Zeitgleich mit Beginn der Verhaftungswelle stieg die Zahl der Organspenden in China in gleichem Maße. Mittlerweile werden in dem Land jährlich 100 000 Organe transplantiert - so viele wie nirgends sonst.“

Dazu zitiert die Süddeutsche Hubert Körper von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte: „Die Indizien lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Falun-Gong-Anhänger zu Opfern von Organraub werden.“

Augsburger Allgemeine: „Es geht um Menschenleben“

Die Augsburger Allgemeine bringt es auf den Punkt: „Es geht um Menschenleben.“ Aus diesem Grund, so heißt es am 03.11.2016 in der Online-Ausgabe [2] seien die Falun Gong-Praktizierenden von weither zu diesen Aktivitäten nach München angereist. Es gehe um öffentliche Aufmerksamkeit für die Verfolgung von Falun Gong und den Organraub in China. Der Demonstrationszug durch Münchens Innenstadt am 05. November sei ein „Marsch gegen den Organhandel“, bei dem die „Anhänger der religiösen Bewegung Falun-Gong“ die Verfolgung ihrer Kameraden in China anprangern würden. Die Praktizierende Ursula Dusolt hatte die Augsburger Allgemeine über den groß angelegten Demonstrationszug informiert.

Ursula Dusolt koordinierte den Zugabschnitt „Weiße Frauen“, bei denen es sich um weibliche Praktizierende handelt, die bei dem Marsch Fotos von zu Tode gefolterten Falun Gong-Praktizierenden in ihren Händen halten; die weiße Kleidung symbolisiert dabei die Trauerfarbe in der traditionellen chinesischen Kultur. „Das ist sehr ergreifend, denn da bekommt das schreckliche Verbrechen ein Gesicht“, wird sie zitiert.

Zu Falun Gong schreibt die Augsburger Allgemeine: „Falun-Gong ist ein friedlicher Weg, basierend auf Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Weil die Praktizierenden gesundheitsbewusst leben, weder rauchen noch trinken, gelten ihre Organe als besonders wertvoll.“ Anfänglich von der chinesischen Regierung für ihre gesunde Lebensweise gelobt, würden sie inzwischen nicht nur verfolgt, sondern ihre Organe für Transplantationen missbraucht. Reiche – auch aus dem Westen – könnten sich diese Organe kaufen.

Chinas Transplantations-Industrie sei im Jahr 2000 wie aus dem Nichts entstanden. Inzwischen gebe es dafür über 800 Kliniken, aber kein Spendersystem wie zum Beispiel in Deutschland. „Viele unabhängige Studien haben inzwischen den Verdacht bestätigt: Politische Häftlinge werden getötet, wenn ein passender zahlungskräftiger Kunde kommt“, so Ursula Dusolt in der Augsburger Allgemeinen.

Mit Infoständen und Kundgebungen würden die Falun-Gong-Praktizierenden versuchen, die Menschen im Westen über diese Verbrechen aufzuklären. Ihr größter Erfolg bisher sei die Verabschiedung einer Europäischen Resolution, bewirkt durch weltweit 1,5 Millionen Unterschriften.


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