Stellungnahme der IGFM zum Ausreiseverbot von Wang Zhiwen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Sitz in Frankfurt veröffentlichte eine Stellungnahme zum Ausreiseverbot, dass das chinesische Regime dem Falun Gong-Praktizierenden Wang Zhiwen aus Peking erteilt hat. Ferner verurteilte die Menschenrechtsorganisation die Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas.

Die IGFM berichtete in ihrer Stellungnahme, dass Wang einer der namhaftesten Falun Gong-Praktizierenden in China gewesen sei. Er habe am 26. Dezember 1999 zusammen mit drei weiteren Vorstandsmitgliedern des ehemaligen chinesischen Falun Dafa Vereins vor dem Mittleren Volksgericht in Peking vor Gericht gestanden. In einem Schauprozess sei Wang wegen illegalem Besitz von Staatsgeheimnissen sowie der Leitung einer „kriminellen Organisation“ zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gerichtsverfahren sei auf allen Fernsehsendern Chinas ausgestrahlt worden. Damit habe das Regime Falun Gong-Praktizierende landesweit einschüchtern wollen, um damit Protestaktionen gegen das Verbot von Falun Gong vom 20. Juli 1999 zu verhindern.

Im Gefängnis ergrauten Wangs Haare aufgrund physischer und psychischer Folter innerhalb weniger Monate. Nach 15 Jahren Martyrium wurde Wang am 18.Oktober 2014 aus dem Gefängnis vorzeitig entlassen, er hatte Bluthochdruck und einen Schlaganfall erlitten. Dennoch verlegte man ihn zunächst für eine Woche in die Gehirnwäsche-Einrichtung nach Peking im Stadtbezirk Changping, bevor man ihn dann in seiner Wohnung unter Hausarrest stellte. Vier Videokameras dienten zu seiner Überwachung und zwei Aufseher waren ständig um ihn.

Die in den USA lebende Tochter Danielle Wang reiste mit ihrem Ehemann nach Peking, um die Flucht ihres Vaters mit vorzubereiten. Grenzbeamte erklärten jedoch seine Reisepapiere für ungültig und schnitten daraufhin eine Ecke seines Reisepasses ab. Tochter und Schwiegersohn mussten ohne Vater in die USA zurückkehren und Wang Zhiwen seinem Schicksal überlassen.

In ihrer Stellungnahme stellt die IGFM folgende Forderungen an das chinesische Regime: Wang Zhiwen unverzüglich die Ausreise aus der VR China zu gewähren; die sofortige Beendigung des Transplantationsmissbrauchs sowie die Bestrafung der Verantwortlichen dieser unethischen Praxis der Organentnahmen; die Schließung aller Zwangsarbeitslager, die Freilassung aller Gewissensgefangenen und die sofortige Beendigung der Verfolgung von Falun Gong in China.

Hintergrund

Die IGFM ist eine international tätige Menschenrechtsorganisation. Sie ist die zweitgrößte Menschenrechtsorganisation nach Amnesty International. Die IGFM hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Sie wurde 1972 in Frankfurt gegründet. Später kamen Niederlassungen in Österreich, Schweden, England und Frankreich hinzu, derzeit gibt es IGFM Niederlassungen in 35 Ländern.

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