Belgien/Brüssel: Forum über Organhandel auf dem 17. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Organtransplantation

Ein spezielles Forum über Organhandel fand auf dem 17. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Organtransplantation (ESOT) in Brüssel, Belgien statt. Es wurde vom 13. bis 16. September 2015 veranstaltet. Besondere Aufmerksamkeit der Teilnehmer galt den illegalen Organtransplantationen in China.

Über 3.000 Personen nahmen an dem Forum teil. Eingeladen war auch die Gesellschaft „Ärzte gegen Organraub“ (DAFOH), die Chinas Organraub an lebenden Gefangenen aus Gewissensgründen (insbesondere den Falun Gong-Praktizierenden) untersucht.

Tagungsort des 17. Kongresses von ESOT

Forum über Organhandel

Viele medizinische Fachkräfte und Juristen nahmen an dem Forum über Organhandel teil. Professor John Forsythe, Präsident von ESOT, leitete das Forum als Moderator. Von der Wichtigkeit überzeugt, zollte er diesem Thema besondere Aufmerksamkeit.

Nach dem Forum sagte Professor Forsythe bei einem Medieninterview, dass der Veranstaltungsraum voll gewesen sei und es eine rege Diskussion über das Thema gegeben habe, über das – so die Übereinstimmung aller – aufgeklärt werden müsse. Er wies darauf hin, dass der Organhandel für alle in Organtransplantationen involvierte Personen immer mehr Besorgnis auslöse. Im Umgang mit dem Organhandel in China habe die Transplantationsgemeinschaft bereits einige Maßnahmen ergriffen.
Unwissenheit, wie in China die Transplantationstechnologie eingesetzt wird

Unter den Kongressteilnehmern war auch der kanadische Menschenrechtsanwalt David Matas, ein unabhängiger Ermittler des Organraubs an Lebenden durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh). Matas sagte, dass Transplantationsärzte ihre Arbeit vielleicht als segensreich betrachten würden, doch würden sie nicht ahnen, wie die Transplantationstechnologie in China verwendet werde, um politische Häftlinge auf Bestellung für ihre Organe zu ermorden. Auf dem Forum betonte Matas, dass der Transplantationsmissbrauch in China ein großes Thema sei und die internationale Gemeinschaft handeln müsse, um dieses Verbrechen zu beenden.

Harold King (links), Repräsentant von DAFOH, an seinem Informationsstand auf dem Kongress.

Harold King, der DAFOH auf dem Kongress repräsentierte, sagte, dass das KPCh-Regime seit 16 Jahren Organraub an politischen Häftlingen betreibe. DAFOH wolle die medizinische Community über dieses Verbrechen in China informieren und diese Verbrechen beenden.

Viele der Forumsteilnehmern lasen sich die DAFOH-Informationstafeln durch. Doktor King erklärte, dass schon einige Ärzte von dem Organraub durch die KPCh gehört hätten. Diejenigen, die damit zum ersten Mal damit konfrontiert seien, würden in Tränen ausbrechen, sobald sie die grauenhaften Details erfahren. Andere seien von der KPCh-Propaganda getäuscht und würden annehmen, dass dieses Verbrechen bereits beendet sei.
„Die einfache Verurteilung des Organraubs beendet es nicht"

Professor Forsythe wies darauf hin, dass er bereits seit Jahren über Chinas Organhandel informiert sei und dass die einfache Verurteilung dieses Verbrechen es nicht beenden werde. Seiner Meinung nach sollten Rechtsvertreter mit medizinisch Verantwortlichen zusammenarbeiten, um dieses Problem zu lösen.

Matas führte aus, dass das KPCh-Regime den Menschen sage, was diese hören wollten, wie beispielsweise dass China aus dem Organhandel mit politischen Häftlingen aussteigen werde. Tatsache sei jedoch, dass das Problem weiterhin existiere.

Laut Matas gebe es keine Transparenz, sodass es schwierig sei, die Organquellen zu verifizieren. Darüber hinaus verweigere das KPCh-Regime, die Anzahl der zum Tode verurteilten Häftlinge bekanntzugeben sowie jegliche Registrierungsdaten für Organe. Er sagte, dass es weitaus effektiver sei, die Zusammenarbeit mit chinesischen Ärzten zu beenden, da solch eine Maßnahme eine Wirkung in China auslöse.

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