Italien: Menschenrechtsanwalt David Matas fordert ein Ende des Organraubs in China

Am 19. Dezember fand im italienischen Parlament ein Senatshearing statt, das sich mit dem Organraub an politischen Häftlingen in China beschäftigte. David Matas, ein bekannter kanadischer Menschenrechtsanwalt, gab während des Hearings eine Präsentation und drängte die italienische Regierung, ihre Gesetze zu ändern, um zu verhindern, dass Italien ein Komplize des Organraubs in China wird.

Adnkronos Salute, eine große italienische Nachrichtenagentur, veröffentlichte zu diesem Thema drei Artikel.

Entsprechend einem Bericht von Adnkronos Salute verabschiedete das europäische Parlament am 12. Dezember 2013 eine Resolution, die den Organraub an politischen Häftlingen – wovon die Majorität aus Falun Gong-Praktizierenden besteht – durch das chinesische Regime verurteilte. Die Zeitung berichtete auch über eine Petition, an der sich 1,5 Millionen Menschen aus der ganzen Welt beteiligt hatten, und die ebenso eine Beendigung der Gräueltaten des Organraubes fordert. Die Petition wurde dem Hochkommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen überreicht.

Am gleichen Tag bot Matas dem Parlament die Möglichkeit, den Dokumentarfilm „Freies China: Der Mut zum Glauben“ anzusehen. Dieser Dokumentarfilm zeigt den friedlichen Widerstand von Falun Gong-Praktizierenden gegenüber deren Verfolgung in China, und wurde im Sala delle Colonne di Palazzo Marini, im Parlamentsgebäude gezeigt.

In Zusammenarbeit mit David Kilgour, dem ehemaligen kanadischen Parlamentsabgeordneten für den Asien/Pazifikbereich, sammelte David Matas zahlreiche Beweise, die die Anschuldigungen des Organraubs in China verifizieren, besonders den staatlich sanktionierten Organraub von verfolgten Falun Gong-Praktizierenden. Die Beweise wurden in zwei Büchern veröffentlicht, und zwar in „Blutige Ernte: Die Ermordung von Falun Gong für ihre Organe“ und in „Staatsorgane: Transplantationsmissbrauch in China“.

Während des Parlamentshearings erklärte Matas, dass der Zweck seiner Reise nach Italien darin bestehe, die italienischen Gesetzgeber dazu zu drängen, Gesetze gegen den „Transplantationstourismus“ zu erlassen, um italienische Bürger daran zu hindern, an illegalen Organtransplantationen teilzunehmen.

Matas glaubt, dass dies ein globales Thema sei und die gesamte internationale Gemeinschaft betrifft. Er sagte, dass Patienten, die nach China für eine Organtransplantation reisen, von deren Regierung überwacht, und die Organquellen der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden müssen.

Herr Matas rief auch die Ärzte auf, einerseits ihre Patienten keinesfalls zu ermutigen, für eine Organtransplantation nach Asien zu reisen, und andererseits den Ärzten, die in jeglicher Art und Weise am illegalen Organhandel beteiligt sind, keinerlei Ausbildung zu geben.

Herr Matas glaubt, dass verschiedene Dinge getan werden können, um zu helfen. Beispielsweise sollte die medizinische Gemeinschaft keinerlei Publikationen von Ärzten erlauben, die im illegalen Organhandel involviert sind, und chinesischen Ärzten sollte verweigert werden, an internationalen wissenschaftlichen Konferenzen teilzunehmen, wenn diese nicht eindeutig erklären können, wo und wie sie ihre Forschungen in Bezug auf Organtransplantationen gemacht haben.

Adnkronos Salute Interview mit Herrn Matas wird im Januar 2014 von Sky TV im Programm „Das Leben der Ärzte“ ausgestrahlt werden.

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