|
||||||
|
Epoch Times Deutschland: Die Tradition der Kultivierung
Weisheit aus dem alten China Wu Song und Dima Suchin 17.07.2009 Die zwei großen Kultivierungsschulen Im Osten gibt es hauptsächlich zwei große Kultivierungsrichtungen: die Taoistische und die Buddhistische – die nicht mit dem Taoismus und Buddhismus zu verwechseln sind; letztere haben eine religiöse Form (religiöse Rituale usw.). Die taoistischen Kultivierungsschulen entstanden überwiegend in China. Angeblich gab es dort bereits vor 5.000 Jahren Tao-Kultivierende. Vor etwa 2.500 Jahren wurde Laotse geboren. Er hinterließ den Menschen das `Tao-te-king´, es wurde später als heilige Schrift der taoistischen Schule und Laotse als deren Begründer betrachtet. Eine der bekanntesten taoistischen Schulen ist wohl Tai Chi. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde diese Schule von Millionen von Chinesen praktiziert. Mittlerweile ist auch in westlichen Ländern „Tai Chi“ ein Begriff.
Die Kulturrevolution Obwohl die traditionellen Kultivierungswege schon solch eine lange Geschichte haben, erfolgte ihre Überlieferung nicht immer reibungslos. Vor allem während der Kulturrevolution in China (1966-1976) wurde die uralte chinesische Tradition zu einem großen Teil zerstört und somit auch der Glaube der Chinesen an die Kultivierung. Alles, was nicht mit der Ideologie des „Materialismus“ und „Maoismus“ übereinstimmte, musste vernichtet werden. So geschah es, dass unzählige Tempel und Klöster abgerissen, Statuen zerschlagen, Bücher verbrannt, Mönche und Nonnen grausam verfolgt wurden. Es durfte nichts mehr existieren, was an das alte China erinnerte. Nach der Kulturrevolution geriet der Gedanke an die Kultivierung zunächst in den Hintergrund. Doch einige Jahre später tauchte etwas Neues auf: Es nannte sich Qi Gong. Es gab viele verschiedene Arten und sie lehrten die Menschen verschiedene Übungsbewegungen, die gut zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens waren. Qi Gong wurde in China schnell populär, so dass sich bald jeden Morgen die großen Parks mit Zehntausenden von Menschen füllten, die Qi Gong-Übungen machten. Dies wurde sogar zu einer bekannten Sehenswürdigkeit in China. Herzensbildung Genauer betrachtet ensprach Qi Gong zu jener Zeit genau der Komponente der Übungen aus der Kultivierung. Der geistigen Komponente, also der Verbesserung des Charakters und der Moral, wurden nur wenig Beachtung geschenkt. Es gab jedoch aus Ausnahmen, wie etwa Falun Gong. Falun Gong ist eine buddhistische Kultivierungsschule und wurde 1992 von Meister Li Hongzhi in China zum ersten Mal verbreitet und den Menschen die ursprüngliche Bedeutung der Kultivierung wieder nahe gebracht. Neben fünf körperlichen Übungen legen Falun Gong-Praktizierende großen Wert auf die Verbesserung der Herzensbildung (Xinxing), indem sie sich nach Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht richten. Die Popularität von Qigong im Allgemeinen und der Falun Gong-Kultivierungsschule im Besonderen lässt sich an einer Zahl der chinesischen Sportkommission erkennen. Im Jahre 1998 praktizierenten laut Statistik dieser Kommission über 70 Millionen Chinesen jeden Morgen in den Parks die Falun Gong-Übungen.
Für westliche Menschen ist Kultivierung oft ein neuer Begriff, in östlichen Ländern dagegen sind die meisten Menschen gut damit vertraut. Kultivierung heißt auf Chinesisch 修煉 (xiu lian) − wörtlich übersetzt.: Das Kultivieren und das Praktizieren 修 (xiu) – sich verbessern 煉 (lian) – veredeln, läutern Erschienen in The Epoch TImes Deutschland Nr. 26/09
|
||||||