Veröffentlicht in de.clearharmony.net am: Samstag, 5. Juni 2004      
Eindrücke vom Zusammentreffen mit Lehrer Li: Teilnahme am Seminar von Lehrer Li in der Stadt Zhengzhou, Provinz Henan (Teil 2)

Es war Mitte Juni. In Zhengzhou herrschten tagsüber über 37 Grad Celsius (100 Grad Fahrenheit). Obwohl es auf dem Lesepult einen Ventilator gab, schob der Meister den beiseite und gab irgendwem ein Zeichen, ihn fortzuschaffen. Nachdem dieser Ventilator weg war, benutzte keiner in der Halle mehr einen.

Der Lehrer begann pünktlich mit dem Vortrag und verschob den Anfang nie. Einmal hielt ich meiner Freundin einen Platz frei. Ich fürchtete, dass sie keinen Platz bekäme und wollte sie am Eingang treffen. Ich fragte den jungen Mann, der Lehrer Li begleitete, „Ist Lehrer Li schon da?“ Er sagte: “Lehrer Li kommt gerade vom Shaolin Tempel, er hat noch nicht gegessen.“ Ich glaubte, so hätte ich noch die Gelegenheit, meine Freundin am Eingang zu treffen. Als ich den Vordereingang erreichte, sah ich Lehrer Li hereinkommen. Er begann mit dem Vortrag, ohne gegessen zu haben.

Als das Seminar beendet war, fragten wir alle, ob wir ein Foto mit ihm machen dürften. Der Meister stimmte zu und so versammelten sich die Menschen aus verschiedenen Regionen, um ein Foto mit Lehrer Li zusammen zu machen. Aus Zhengzhou kamen 100 Menschen. Nachdem die Aufnahmen gemacht waren, sagte Lehrer Li zu uns: “Liebe Leute aus Zhengzhou, bitte, wartet hier.“ Nachdem er Fotos mit den Leuten aus anderen Regionen gemacht hatte, winkte er uns in einen Raum innerhalb des Stadions. Er sagte: “Bitte, setzt Euch!“ Er setzte sich als erster auf den Boden und wir setzten uns um ihn herum. Viele drängelten, weil sie näher heran wollten Ich saß ein wenig weiter weg, so dass ich nicht genau hörte, was er sagte. Woran ich mich erinnere, ist, dass wir fleißig praktizieren sollten, einen Übungsplatz einrichten und dann mehrere Personen aussuchen sollten, die als örtliche Koordinatoren fungieren würden. Er zeigte auf ein paar Leute, die in seiner Nähe saßen und sagte: “Du und Du und Du auch.“ Einer sagte: “Bitte, ernennen Sie auch mich. Ich bin gewohnt mit Vereinen zu arbeiten, mittlerweile bin ich im Ruhestand und stehe also zur Verfügung.“ Der Lehrer sagte: “Sehr gut!“ Meine Freundin stand hinter ihm und fragte: “Lehrer Li, wann kommen Sie wieder?“ Er sagte: „Ich werde nicht wiederkommen können.“ Einige Praktizierende stellten Fragen und Lehrer Li antwortete geduldig. Ich hörte nicht alles, was er sagte. Heute bereue ich sehr meine geringe Erleuchtungsfähigkeit.

Herr Shi von der Qigong-Gesellschaft Zhengzhou sagte zu uns, dass er anfangs nicht geplant hatte, sich die Vorträge anzuhören. Einer seiner Kollegen fragte ihn, warum er nicht hingehen wollte. Er antwortete: “Ich habe schon so viel in der Richtung gehört und sie klingen alle gleich.“ Sein Kollege sagte: “Diesmal ist es anders. Du solltest lieber gehen.“ Herr Shi ging also und es endete damit, dass er alle Vorträge bis zum Ende anhörte. Er machte die Übungen sehr fleißig. Unter seinem linken Auge hatte er ein großes dunkles Muttermal auf der Wange. Als ich ihn nach einiger Zeit wiedersah, war es verschwunden. Sein Gesicht sah klar und fein aus und er sah viel jünger aus als vorher.



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